Fahrradtour von Frankfurt an die Nordsee

21. November 2016 Comments (2) Anleitungen, Reisen, Startseite

Mit dem selbstgebauten Floß über den Rhein

Eigentlich wollten wir schon immer ein Boot oder einfach irgendein Schwimmgerät selber bauen. Besonders abenteuerlich, aber auch einfach umzusetzen schien  uns ein klassisches Floß aus Holzstämmen. Wir waren uns zwar nicht sicher, wie groß die Konstruktion sein muss um uns zu tragen, aber das würden wir ja sehen. Von einem Bekannten bekamen wir Stämme zur Verfügung gestellt, die schon ziemlich alt, schwer und nass waren, trotzdem wollten wir es aber erstmal mit diesen probieren.

Als Startplatz für unsere Floßfahrt wählten wir einen Strand am Rhein in Gernsheim. Ganz ungefährlich ist es sicher nicht, auf einem solchen Fluss zu fahren, besonders wenn man bedenkt, dass es Januar war und gerade gefroren hatte. Die Stämme transportierten wir in mehreren Fahrten auf unserem Anhänger an den Fluss. Hier rollten wir sie so weit den Strand hinunter, dass das Floß später halb im Wasser liegen würde. Jetzt kerbten wir alle Stämme so ein, dass sie wie bei einem Blockhaus in die unteren Balken griffen. Das ganze fixierten wir mit Seilen, dünnenren Ästen und Nägeln. Ein Tisch aus einem alten Wahlplakat, ein Fahnenmast und eine Bank machten das ganze noch etwas gemütlicher.

Als alles fertig war, merkten wir erst, wie schwer die Holzstämme zusammen sind. Das Floß ins Wasser zu schieben war einfach unmöglich. Wir untergruben die unteren Balken, bis es langsam anfing zu schwimmen. Endlich auf dem Wasser, leistete es erstaunlich viel Auftrieb und wir konnten zu fünft auf dem Floß stehen ohne nasse Füße zu bekommen. Das funktionierte natürlich nur, solange es keine Wellen gab. Unser Floß war mit Paddeln ziemlich schwer zu manövrieren. Die Schiffe kamen uns ziemlich nah, es schien aber keiner ein Problem mit uns zu haben. Kritisch wurde es erst, als wir uns der gerade in Gernsheim anlegenden Fähre näherten. Wir konnten weder bremsen noch ausweichen und so fuhren wir auf die Fähre zu, bis wir sie streiften. Wir stießen uns mit unseren Paddeln vom Schiff ab, um es hinterher nicht noch zu beschädigen. Der Kapitän war zum Glück gut drauf und hatte kein Problem mit uns.

Mit der Zeit wurde es immer kälter und so entschieden wir uns ein Feuer auf dem Floß zu machen. Zum Glück hatten wir eine Metallplatte als Unterlage mitgenommen. Auf ihr schichteten wir alles Treibholz, das wir finden konnten. Auch wenn es ziemlich nass war und die Wellen öfters über die Stämme schwappten, hatten wir bald ein wärmendes Lagerfeuer. Die meiste Zeit bewegten wir uns laut GPS – Navi mit etwa 5 km/h fort. Paddeln brachte kaum etwas, weshalb wir uns fast nur von der Strömung treiben ließen. Am ersten Tag schafften wir noch nicht einmal zehn Kilometer, aber wir waren zufrieden. Immerhin hatte es überhaupt geklappt und wir sind nicht in einem der Strudel versunken, vor denen uns so viele Leute gewarnt hatten.

 

Von der Polizei angehalten

Da wir uns als Ziel das etwa 30km entfernte Mainz vorgenommen hatten, setzten wir uhsere Fahrt am nächsten Tag fort. Alles lief relativ unproblematisch, bis wir der nächsten Fähre begegneten. Obwohl sie am Ufer lag, steuerte der Kapitän auf uns zu und meinte er würde die Polizei holen, wenn wir nicht sofort an Land gehen würden. Wir meinten nur, damit hätten wir kein Problem und fuhren weiter.

Tatsächlich kam ein paar Minuten später ein Polizeiboot angefahren. Da wir relativ nah am Ufer waren, baten uns die Polizisten, ihnen entgegenzukommen, da das Wasser für ihr Boot zu flach war. Wir taten ihnen diesen Gefallen und erzähleten ihnen, dass unser gut lenkbares Floß eigentlich das gleiche wie ein Kanu sei. Also sein unsre Fahrt keineswegs illegal. Das konnten sie nicht ganz abstreiten, wollten aber trotzdem für alle Fälle unsere Personalien aufnehmen. Sie meinten, dass unser Vorhaben ziemlich unvernünftig sei aber sie ließen uns tatsächlich weiterfahren. Wir erreichten Mainz etwa bei Anbruch der Dunkelheit – die Floßfahrt war ein echtes Abenteuer, dass wir nächtes Jahr auf jeden Fall wiederholen müssen!

 

2 Responses to Mit dem selbstgebauten Floß über den Rhein

  1. Will sagt:

    Rechtlich gesehen ist euer Floss ein Schwimmkörper, wir würden auch von der Polizei auf der Donau aufgehalten, aber dürften auch weiter fahren.

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